Einmal in eine andere Welt abtauchen

Von administrator|29. September 2026|Aktuelles aus der Verbandsarbeit, Mitgliedsverband Ueckermünde|

Unter dem Motto „Andere Orte unserer Heimat entdecken“ führte uns unsere Reise dieses Mal nach Stralsund ins Meeresmuseum.

Gegen 10.30 Uhr wurden wir mit zwei behindertengerechten Kleinbussen von zu Hause abgeholt. Die Vorfreude war groß, denn viele von uns waren gespannt darauf, wie sich das Meeresmuseum nach seiner umfangreichen Modernisierung verändert hat.
Nach mehrjährigen Sanierungsarbeiten im historischen Katharinenkloster wurde das Museum im Mai 2025 wiedereröffnet. Seit 1951 begeistert es seine Gäste mit spannenden Ausstellungen rund um die Welt der Meere und feiert in diesem Jahr bereits sein 75-jähriges Jubiläum.

Um 14 Uhr startete unsere einstündige Führung – und für uns begann eine kleine Reise in eine ganz andere Welt. Schon in der großen Eingangshalle konnten wir die Bronzeplastik der Lederschildkröte Marlene bewundern. Besonders schön: Sie darf nicht nur angeschaut, sondern auch ertastet werden. Gerade für sehbehinderte und blinde Besucher ist das eine tolle Möglichkeit, die Ausstellung mit den Händen zu entdecken. Auch ein Walmodell und ein Seehundpräparat können ertastet werden.
Ein besonderer Blickfang ist der große Globus unter der Gewölbedecke der ehemaligen Kirche. Auf dem zwei Meter großen Globus werden unter anderem die Ozeane und Meeresströmungen unseres Planeten dargestellt. Direkt darunter laden Liegen zum Ausruhen und Zuhören ein. Auch sonst gibt es zwischen den verschiedenen Ausstellungsebenen immer wieder Sitzgelegenheiten und Ruhezonen.

Und zu entdecken gibt es wirklich jede Menge! Die Ausstellungen zeigen die faszinierenden Lebensräume der Karibik, des Pazifiks und des Indischen Ozeans und geben spannende Einblicke in das Leben im und am Meer. Walknochen, Fossilien, präparierte Tiere, Grafiken und historische Handschriften zeigen, wie vielseitig die Sammlung des Meeresmuseums ist.Besonders beeindruckend war für uns das 15 Meter lange Skelett eines Finnwals. Aber auch die vielen kleinen und großen Meeresbewohner und die Welt der wirbellosen Meerestiere sorgten für Staunen.

Zum Abschluss unserer Führung ging es noch durch die Aquarien. Damit war unsere Entdeckungsreise durch die Welt der Meere perfekt.
Wir waren begeistert davon, mit wie viel Liebe zum Detail das Museum gestaltet wurde. Unsere Gruppenbegleitung vermittelte viel Wissen, erklärte anschaulich und ließ mit kleinen Geschichten die Welt der Meere lebendig werden. Dabei gab es nicht nur viel zu sehen und zu hören – manches durften wir sogar anfassen und ertasten.

Das Meeresmuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Nach so vielen Eindrücken wollten wir den schönen Tag vor der Heimfahrt noch bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingen lassen. Doch zunächst wartete auf einige von uns noch ein kleines Abenteuer. Unser Ziel war das Restaurant „Goldener Löwe“ am Alten Markt. Laut Planung sollte der Fußweg dorthin etwa zehn Minuten dauern. Doch Stralsunds wunderschönes historisches Kopfsteinpflaster machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Was für viele Besucher einfach zum besonderen Charme der Altstadt gehört, kann für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Gehbehinderung schnell zu einer echten Herausforderung werden. Auch mit einem Kinderwagen dürfte so manches Stück beschwerlich sein. Statt der geplanten zehn Minuten brauchten wir rund eine halbe Stunde und kamen entsprechend erschöpft am Restaurant an.

Dort wurden wir dafür mit einer gemütlichen Atmosphäre und einem tollen Blick auf das Stralsunder Rathaus und die Nikolaikirche belohnt. Der „Goldene Löwe“ selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1765 wurde das damalige Hotel in einem Zeitungsinserat erwähnt. Das später baufällige Gebäude wurde 1985 abgerissen und 2002 unter gleichem Namen wieder eröffnet. Alte Fotografien an den Wänden erinnern noch heute an vergangene Zeiten.

Für uns besonders wichtig: Das Restaurant ist barrierefrei und verfügt auch über eine barrierefreie Toilette. Bei Kaffee und Kuchen konnten wir uns schließlich von unserem kleinen „Kopfsteinpflaster-Abenteuer“ erholen. Der Service war freundlich und aufmerksam, und der Kellner nahm sich sogar noch Zeit für ein kleines Gespräch. Zum Abschluss machte er für uns ein Gruppenfoto – eine schöne Erinnerung an einen trotz der Erschwernisse gelungenen Tag.

Dann hieß es auch schon wieder: Heimfahrt!
Wir bedanken uns bei allen, die diesen Ausflug ermöglicht und begleitet haben. Es war ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag, an dem wir viel Neues hören, sehen und lesen.
Ein herzliches Dankeschön gilt auch der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern, die diese Reise finanziell unterstützt hat.

September 2026 , Marlen Deutsch